Mittwoch 26. November 2008 18-20 Uhr Vortrag und Diskussion: "Hochschulbildung im neoliberalen Kapitalismus und sozialistische Perspektiven"

Referent: AStA-FikuS-Referent Tobias Fabinger (attac campus)
Moderation: Jewgenij Arefiev (attac campus)
Veranstalter: Hochschulgruppe attac campus münster
Veranstaltungsort: Kulturzentrum Frauenstraße 24 e.V., Bühnenraum
Der Eintritt ist frei.
PM vom 26.11.08: Hochschulbildung im neoliberalen Kapitalismus und sozialistische Perspektiven
Am Mittwoch, den 26. November 2008 organisierte die Hochschulgruppe attac campus münster im Kulturzentrum Frauenstraße 24 e.V. in Münster einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Hochschulbildung im neoliberalen Kapitalismus und sozialistische Perspektiven".
Auf der Veranstaltung referierten Tobias Fabinger und Jewgenij Arefiev über die Entwicklung der Universität Münster unter den Bedingungen einer neoliberalen Wirtschaftspolitik. Durch den Einfluss von Beratungsagenturen wie dem Centrum für Hochschulentwicklung der Bertelsmannstiftung (CHE) habe sich die Hochschullandschaft radikal verändert. „Nicht mehr der Volkssouverän, nicht mehr die politische Öffentlichkeit bestimmten über die Entwicklung der Hochschulbildung, sondern private Beratungsagenturen, wie das CHE, welches intensiv am s.g. „Hochschulfreiheitsgesetz“ mitgewirkt haben“, sagte Tobias Fabinger, Mitglied von attac campus münster und AStA-Referent für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende der Uni Münster. Unter dem Einfluss des Centrums für Hochschulentwicklung sind Studiengebühren eingeführt worden und der wirtschaftsnahe Hochschulrat hat den demokratisch gewählten Senat als oberstes Aufsichtsgremium abgelöst. „Zudem wirken neue verschulte Studiengänge, die keinen Raum mehr für Bildungsprozesse lassen, die zu geistiger Autonomie und Mündigkeit führen“, so Tobias Fabinger weiter. Das neoliberale Paradigma bestehe darin, alle Bereiche, die bislang öffentliche Sektoren waren, wie Bahn, Post oder Sozialversicherungen zu privatisieren. Dies betreffe auch die Hochschule, in die immer mehr private wirtschaftliche Interessen herein reichen. Wirtschaftsnahe Forschungsprojekte, die Drittmittel bringen, werden belohnt, während andere abgeschafft werden sollen. Die Qualität von Lehre und Forschung wird insgesamt durch diese marktförmigen Steuerungsinstrumente leiden.“Wir müssen diesem Gesamttrend der marktförmigen Hochschule eigene konkrete Utopien entgegenstellen und die Freiheit von Lehre und Forschung sowie das gebührenfreie Studium wieder erkämpfen“, so Jewgenij Arefiev, Mitglied des Studierendenparlaments der Uni Münster und der Hochschulgruppe attac campus münster.
Jenja - 20. Nov, 14:25


